Referenzen

Hier finden Sie Erfahrungsberichte von Institutionen, Kooperationspartnern und von Menschen mit Behinderung mit denen wir erfolgreich zusammengearbeitet haben.

Uwe Stegemann ist Mitglied im Güteausschuss EURECERT RAL Barrierefrei

http://www.eurecert.de/uebereurecert/gremien/

 

Beratungstätigkeit bei der Laube-Stiftung

Bescheinigung PB Beratung Laube

 

Auszug aus dem JAHRESBERICHT 2008 BEHINDERTEN-GEMEINSCHAFT BONN E.V.

Tätigkeitsbericht des Koordinators für Pflege Uwe Stegemann

 

Titelblatt des Jahresberichts der BG Bonn

Titelblatt des Jahresberichts der BG Bonn

PFLEGE

 

Der Koordinator für Pflege beschäftigte sich schwerpunktmäßig mit den Themen „Persönliches Budget“, „Pflegeweiterentwicklungsgesetz“, „Alternative Wohnformen für Menschen mit Behinderung“ und mit der sich im Jahre 2009 ändernden „Hilfsmittelversorgung“.

Persönliches Budget

 

Nach intensiver Beschäftigung mit dem seit Anfang des Jahres in Kraft getretenen Rechtsanspruch auf „Persönliche Budgets“, traf sich der Koordinator Pflege mit Vertretern der Stadt Bonn, um das Konzept der Stadt Bonn zur Umsetzung des Persönlichen Budgets in Bonn zu überarbeiten. In enger Zusammenarbeit mit dem Vorstand und der Geschäftsführung ist es ihm gelungen, die Interessen von Menschen mit Behinderung auch in diesem Konzept richtungweisend zu vertreten. In einem nächsten Treffen mit Vertretern der Stadt, das im Jahr 2009 stattfinden wird, soll ein aktueller Zwischenstand erhoben werden. Bis dahin aufgetretene Probleme bei der Umsetzung des Persönlichen Budgets sollen dann besprochen und Lösungswege gefunden werden.

Weiterhin führte er Erstberatungen zum Persönlichen Budget durch. Im Laufe des Jahres zeigte sich, dass Menschen mit Behinderung, welche bisher bei der Stadt Bonn nicht als Klienten bekannt waren, durch das Persönliche Budget die Hoffnung erhielten, neue Leistungen beziehen zu können. Die Betroffenen hatten faktisch einen immens hohen Bedarf, der aber bisher aus vielfältigen Gründen nicht gedeckt wurde. Einzelfälle waren so vielschichtig, dass die Mitarbeiter der Stadt Bonn – trotz ihres hohen Einsatzes – oft nicht in der Lage waren, diese zu handhaben. Nur durch einen enorm großen zeitlichen Aufwand und durch Heranziehung externer Dienstleister gelang es ihm, eine positive Entwicklung für die Betroffenen zu erreichen. In diesen Einzelfällen zeigten sich systembedingte Probleme, welche zum Teil durch die Einführung von Pflegeberatern und Pflegestützpunkten in 2009 gelöst werden sollen. Der Koordinator Pflege ist der Auffassung, dass der Verwaltungsaufwand solch komplexer Fälle i.d.R. nicht durch eine einzelne Fachkraft zu leisten sei. Die juristischen, finanziellen und organisatorischen Fragestellungen könnten aus Sicht des Koordinators nur durch eine extrem engmaschige Verzahnung aller benötigter Fachkräfte funktionieren. Dabei bedürfe es enormer Kreativität, den Paradigmenwechsel in der Gesundheits- und Sozialpolitik zu Gunsten der Betroffenen, also die Realisierung des Wunsch- und Wahlrechts – auch mit der neuen Leistungsform „Persönliches Budget“ –, in der Praxis auch unter Berücksichtigung des wirtschaftlichen Handelns der  Leistungs- träger zu realisieren.

Pflegestützpunkt

Auf Initiative des paritätischen Wohlfahrtsverbands entwickelte der Koordinator Pflege zusammen mit dem Vorstand und der Geschäftsführung das Konzept „Die Behinderten-Gemeinschaft Bonn als Pflegestützpunkt“. In der Pflegekonferenz der Stadt Bonn präsentierte er erstmalig die Vorstellungen der BG Bonn und stellte sie zur Diskussion.

Es folgten vielfältige Gespräche mit den zuständigen Mitarbeitern der Stadt Bonn und den Pflegekassen sowie mit Mitarbeitern der Ratsfraktionen. Diese konstruktiven Gespräche werden zurzeit fortgesetzt und eine Beteiligung der BG Bonn am Pflegestützpunkt wird geprüft. Der Koordinator nahm im Jahre 2008 an  Weiter- bildungsmaßnahmen  zu den Themen „Rehabilitation und Recht“ sowie „Pflegeweiterentwicklungsgesetz“ teil. Für das Jahr 2009 plant er eine  Informationsveranstaltung zum Thema „Änderungen in der Hilfsmittelversorgung“ in Zusammenarbeit mit einer Pflegekasse und die Mitarbeit an dem neuen Wohnprojekt in Vilich- Mülldorf.

Im Rahmen seiner ehrenamtlichen Tätigkeit bearbeitete der Koordinator Pflege 900 E-Mails und erbrachte 846 Stunden.

Erfahrungsbericht von Uwe S. aus W.

Mein Name ist Uwe S., geboren am 25.07.1965 in Aachen. Aufgewachsen bin ich bei meinen Großeltern in Würselen. Nach meiner Schulausbildung nahm ich 1983 eine Beschäftigung bei der Firma Neuefeind als Sanitär u. Installationshelfer an. Am 17.06.1984 veränderte sich mein Leben Gravierend. Bei meinem Aufenthalt im Freibad zog ich mir bei einem Kopfsprung meine Querschnittslähmung (C4/C5) zu. Nach der Erstversorgung in Würselen wurde ich mit dem Hubschrauber nach Koblenz ins Ev. Stift St. Martin gebracht. Dort wurde meine Halswirbelsäule operativ stabilisiert und es folgte eine 12 monatige Rehabilitation in Koblenz. Nach dem Reha Aufenthalt kam ich zurück zu meinen Großeltern nach Würselen, die meine Pflege übernahmen und ihr ganzes Leben auf meine Situation umstellten. Zwischenzeitlich hatten sie ein neben ihre Wohnung liegendes Appartement angemietet und aus beiden Wohnungen eine behinderten gerechte Wohnung eingerichtet. Meine Grundversorgung war somit bestens gewährleistet. Mein Drang zur Selbständigkeit, der trotz meiner Behinderung, immer bestand und bis heute noch besteht, wurde durch eine in meinen Augen gesehen geniale Idee meines Zahnarztes erfüllt. Mittels eines ca. 30 cm langen Alustabes, mit einem auf meine Zähne angepassten Mundstückes, war ich in der Lage eine elektrische Schreibmaschine zu betätigen. Anfang 1990 hörte ich von der Firma Oraltec die eine Infrarot – Technologie, zu einer Umfeldsteuerung, entwickelt hatte. So wurde diese Steuerung an mein Bett angebracht, womit ich fortan in der Lage war selbständig viele Tätigkeiten selbst aus zu führen, wie z.B. telefonieren, Lampen schalten, TV und Radio bedienen und alle Bett Einstellungen selbst zu steuern. 1995 lernte ich durch die Firma Oraltec Herrn Uwe Stegemann kennen, der meinen Drang zur Selbständigkeit unterstützte und mich für die Anschaffung eines Computers begeisterte. Er verhalf mir zur Anschaffung und Grundausstattung des ersten Computers und setzte sich intensiv dafür ein, mir die Grundkenntnisse bei zu bringen und animierte mich vor allem dazu selbständig mein Wissen zu erweitern. (Mein Großvater starb 1989) Von 1989 bis 1995 hatte meine Großmutter (73 Jahre) unter Einbeziehung der Caritas meine Grundpflege durchgeführt. Aus Altersgründen übernahm fortan Frau Marlene W. u. meine Großmutter die Pflege. Es stellte sich aber immer intensiver die Frage, wie mein Leben bezüglich häuslicher Unterbringung zu gestalten sei, nach dem Ableben meiner Großmutter. Für mich kam eine Unterbringung in einem Heim nur als letzte Möglichkeit in Frage. Familie W. erklärte sich bereit meine Pflege weiterhin zu übernehme, wobei sie auch planten ein Mehrfamilienhaus zu bauen und mir darin dann eine Rollstuhlgerechte Wohnung einzurichten. Meine Großmutter verstarb 2004, 2006 konnte ich im Hause W. meine eigene Wohnung beziehen. Mein Kontakt zu Herrn Uwe Stegemann war zwischenzeitlich nie abgebrochen und ein weiteres Mal entwickelte sich mein Leben durch seine Initiative in eine positive Richtung. Durch sein persönliches Engagement und seine enormen Kenntnisse verhalf er mir zum Arbeitgebermodell mit persönlichem Budget. Im August 2007 stellte ich gemeinsam, mit Herrn Uwe Stegemann und Familie W., beim Sozialamt den Antrag auf persönlichem Budget. Nach Durchlaufen sämtlicher Instanzen erhielt ich zum 01.05.2008 die Genehmigung. Herr Uwe Stegemann ist mir weiterhin behilflich und unterstützt mich bei eventuellen Fragen und Problemen. Durch die Versorgung von Familie W. und meiner persönlichen Assistenten kann ich jetzt ein, von mir selbst bestimmtes, Leben führen.